1973 mit dem Reiseführer nach Plomari: unsere Geschichte

1973 mit dem Reiseführer nach Plomari: unsere Geschichte

Angefangen hat alles mit einer Frau und einem Reiseführer. 1973 fährt die Großmutter mit ihrer Tochter nach Plomari im Süden von Lesbos, weil das Buch die Gegend empfiehlt. Über fünfzig Jahre später bewirtschaftet die dritte Generation dort Olivenhaine.

Kurz gesagt: Die Familie Jordan kam 1973 als Reisende nach Plomari auf Lesbos. Ende der achtziger Jahre kaufte sie dort Land, ohne Strom- und Wasseranschluss. 1989 entstand das Familienhaus, das bis heute in einem der Haine steht. Aus dem Grundstück wurde ein Olivenölbetrieb, der inzwischen in dritter Generation geführt wird.

Wie kommt eine deutsche Familie nach Lesbos?

Über einen Reiseführer und eine Entscheidung, die niemand als Geschäftsplan bezeichnen würde. 1973 reist die Großmutter mit ihrer Tochter nach Plomari. Lesbos war damals kein Ziel für Pauschaltourismus, der Süden erst recht nicht.

Ende der achtziger Jahre kaufen die Großeltern dort Land. Auf dem Grundstück gibt es weder Strom noch Wasser. Was danach kommt, ist Infrastrukturbau in Eigenregie: ein Brunnen, gegraben von Hand, und die Leitungen für Telefon und Strom, die selbst organisiert werden mussten.

Es hat Jahre gedauert, bis das Kabel bis zum Grundstück reichte, und ein Teil davon wurde in eigenem Öl bezahlt. Das ist kein romantisches Detail, sondern die damalige Realität einer Insel, auf der Öl über weite Strecken als Zahlungsmittel funktionierte. Das Foto, das die Großmutter zeigt, ist von 1989. Das Haus war da noch nicht fertig.

Wann wurde daraus ein Betrieb?

1989 gilt als Gründungsjahr des Familienbetriebs. Die Haine wurden zunächst für den eigenen Bedarf bewirtschaftet, wie es auf Lesbos für praktisch jede Familie normal ist. Der Schritt zum Betrieb kam über die Entscheidung, selbst abzufüllen statt Rohware abzugeben.

Heute sind es vier zusammenhängende Haine mit etwa 1.000 Bäumen zwischen Plomari und Agia Barbara. In einem davon steht das Haus von 1989. Die Sorten sind Adramitiani und Kolovi, geerntet wird von Hand mit Stöcken, Rechen und Netzen, verarbeitet am selben Tag.

Den Grundstein legten Großvater Thomas Kerner und Vater Rolf Jordan. Geführt wird der Betrieb heute von Bastian Jordan, Olivenbauer und zertifizierter Olive Oil Sommelier, ausgebildet am Olive Oil Times Education Lab in New York.

Was es bedeutet, in zwei Ländern zu Hause zu sein

Der Betrieb funktioniert nur, weil Menschen aus zwei Ländern zusammenarbeiten. Die Haine, die Ernte und die Mühle liegen auf Lesbos, die Abfüllung, der Vertrieb und die Verwaltung in Deutschland. Dazwischen liegen eine Fähre und ein Flug.

Dazu kommen die Familien auf der Insel, mit denen wir über die Jahre zusammenarbeiten. Ein Betrieb dieser Größe hält keine feste Erntekolonne vor. Wer an den Terrassen arbeitet, tut das, weil es sich für ihn lohnt, und daran hängt am Ende, ob ein Hain gepflegt bleibt oder nicht.

Deutlich wird der Unterschied meistens umgekehrt. Normalerweise erklären wir Lesbos in Deutschland. Wenn ein griechisches Wirtschaftsportal über eine deutsche Familie schreibt, die auf Lesbos Öl macht, dreht sich die Richtung, und das ist eine der wenigen Rückmeldungen, auf die man wirklich stolz sein kann.

Häufige Fragen

Seit wann gibt es Jordan Olivenöl?

Der Familienbetrieb besteht seit 1989, dem Jahr, in dem das Haus im Hain gebaut wurde. Heute wird er in dritter Generation geführt. Die Haine liegen im Süden von Lesbos zwischen Plomari und Agia Barbara, mit rund 1.000 eigenen Bäumen.

Welche Olivensorten wachsen in den Jordan Hainen?

Adramitiani und Kolovi. Kolovi ist die vorherrschende Sorte auf Lesbos und wächst praktisch nur dort. Beide ergeben eher milde, fruchtige Öle. Für Bambatsa werden dieselben Sorten deutlich früher geerntet, was ein wesentlich herberes Öl ergibt.

Warum füllt ihr selbst ab?

Weil Rohware nach Menge bezahlt wird und Qualität dabei keine Rolle spielt. Wer selbst abfüllt, kann Herkunft, Erntejahr und Analysewerte auf die Flasche schreiben und den Aufwand für Handernte an Terrassen überhaupt erst refinanzieren.

Wo liegt Plomari?

Im Süden von Lesbos, an der Küste, etwa eine Stunde von Mytilini entfernt. Der Ort ist bekannt für Ouzo und für die Berglandschaft dahinter. Die Haine dort liegen auf Terrassen an Hängen, die zum Meer hin abfallen.

Fazit

Von einem Reiseführer zu tausend Bäumen sind es zwei Generationen und eine Menge Handarbeit. Was wir heute machen, hätte 1973 niemand geplant, und das ist vermutlich der ehrlichste Satz über diesen Betrieb.

Was daraus geworden ist, findest du im Sortiment: Jordan Olivenöl als milder, fruchtiger Allrounder, Bambatsa als früh geerntetes, herberes Öl aus dem Hain am Haus, dazu das kräftigere Bio.

Einfach, ehrlich, gut.

Stand: August 2026.

Über Bastian Jordan

Viele Beiträge stehen im Zusammenhang mit der Arbeit von Bastian Jordan, der Jordan Olivenöl in dritter Generation weiterentwickelt.

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